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Armacom

Der diesjährige grosse internationale Saisonauftakt anfangs Juli – die EM im spanischen Seu d'Urgell – verlief für Moritz nicht wie gewünscht: «Ich hatte parallel zur Wettkampfvorbereitungsphase noch zwei Prüfungen an der Uni Basel zu absolvieren. Nach nur zwei Tagen in Spanien flog ich zurück in die Schweiz. Allerdings habe ich die Reise- und Prüfungsstrapazen absolut unterschätzt. Dies führte dazu, dass ich am Wettkampf selbst weder physisch noch mental bereit war.» Der Misserfolg war jedoch keine Phase von langer Dauer: «Am ersten Weltcuprennen in Tacen, Slowenien, konnte ich mich nach zwei Saisons endlich wieder für einen Halbfinal qualifizieren. Und das erst noch mit zwei sauberen Läufen auf einer schwierigen Strecke.» Zwei frühe Torstabberührungen im Halbfinal verhinderten dann leider den Einzug ins Finale. Auch in L'Argentière-la-Bessée, am zweiten Weltcuprennen, lief es für Moritz vorerst ganz gut. Während er im ersten Qualilauf – trotz solider Fahrt – noch nicht schnell genug war für den Halbfinal, konnte er sich im zweiten Lauf um satte fünf Sekunden steigern, was dazu führte, dass er sich insgesamt mit dem achtbesten Zwischenresultat für den Halbfinal qualifizierte. «Es war eine grosse Erleichterung, zu sehen, dass ich mich in einem zweiten Lauf so steigern kann und endlich wieder soweit bin, mit den weltbesten Kanufahrern mitzuhalten.» Die zwei Einzüge in einen WC-Halbfinal bedeuten zusätzlich, dass Moritz sich bereits für die diesjährige WM qualifiziert hat.

Nach einem Ruhetag zu Hause ging es direkt weiter zum momentanen Wettkampfgeschehen in Leipzig. Während es am Montag noch, fast schon freche, 15 Grad kalt war und der Himmel grau, zeigte sich am Mittwoch die Sonne wieder und die Temperaturen stiegen bis zu angenehmen 27 Grad an. Nach der monotonen Strecke in Frankreich heisst es in Deutschland wieder Kurven fahren: «Der Parcours hier ist sehr eng. Es gibt, im Vergleich zu Argentière, praktisch keine geraden Stellen. Umso grösser ist die Umgewöhnung. Jedoch konnte ich in den bisherigen Trainings gute Fortschritte erzielen. Hier macht das Paddeln auch mehr Spass!», so Moritz nach seinem dritten Training in Leipzig. Bereits morgen ist es dann soweit: Die Quaifikationen für das dritte Weltcuprennen finden statt. Wenn es so läuft wie bisher, dürfen wir von Moritz sicher Gutes erwarten – vielleicht sogar eine nächste Überraschung.

Anstehende Wettkämpfe

9. bis 10. Juli 2011 WC 3 in Leipzig (GER)

12. bis 14. August 2011 WC 4 in Prag (CZE)

27. bis 28. August 2011 Schweizermeisterschaft in Baden

7. bis 11. September 2011 WM in Bratislava (SVK)

 

 

Für die Serie "David und Goliath" in der Sendung HEIMSPIEL auf TeleBasel ging ich mit dem 11-jährigen Sven einige Stunden auf dem Kanal in Hüningen paddeln. Dabei konnte er mir seine frisch erlernte Eskimorolle zeigen, im Gegenzug gab ich ihm einige Tipps für den Umgang mit den Strömungen und dem Torefahren.

Hier der Link zur Sendung.

 

Heimspiel

 

Am vergangenen Wochenende fand auf der Arve bei Genf der nationale Wettkampf von Annemasse statt, organisiert durch den Kanuklub Genf. Dieser Wettkampf stellte zusätzlich noch den Final des sogenannten Swiss Cup dar, dem ich allerdings, zugegebenermassen, keine überaus grosse Bedeutung zukommen liess. Das Wochenende war wiederum in zwei Teile gegliedert: ein Wettkampf, bestehend aus zwei Läufen wovon der bessere zählt, am Samstag, sowie ein Wettkampf, bestehend aus zwei Qualifikationsläufen und einem Finallauf, am Sonntag. Zusätzlich zum tollen Wetter stimmte auch bei meiner Leistung beinahe alles, was mich für die nahe Zukunft umso zuversichtlicher stimmt.

Saubere Fahrt reicht am Samstag zum Sieg

Nach der Autofahrt am Samstagmorgen gelangen mir am Nachmittag zwei saubere und solide Läufe. Auch wenn zeitlich durchaus noch ein wenig mehr drin gelegen wäre, konnte ich doch zufrieden sein, da ich meine Fahrzeit im zweiten Lauf steigern konnte und am Schluss mit zwei Sekunden Vorsprung vor meinem Teamkollegen von SLALOM REGION BASEL, Lukas Werro, gewann. Für das Highlight aus Basler Sicht sorgte jedoch ein Anderer: Für Manuel Munsch, ebenfalls im selben Team, zählte das Rennen noch als Qualifikationsabschluss für die Junioren-Nationalmannschaft. Mit einer starken Leistung und unterstützt durch die lautstarke Basler Fraktion, konnte er sich im letzten Lauf noch fürs diesjährige Juniorenkader selektionieren.

Erneuter Finalsieg am Sonntag

Die beiden Qualifikationsläufe am Sonntagmorgen ging ich eher ruhig an, im Wissen darum, dass der Finallauf am Nachmittag entscheidend sein würde. Trotzdem führte ich nach dem ersten Lauf mit fast neun Sekunden Vorsprung und konnte den zweiten daher umso gelassener angehen. In diesem legte Lukas Werro dann eine Superzeit hin und schob sich damit noch an mit vorbei. Mein Fokus hingegen war bereits auf dem Finallauf, in dem ich mich, trotz einer erneut sehr starken Leistung Werros, knapp vor ihm auf dem ersten Rang platzieren konnte. Dritter wurde der Basler Jeremias Schläfli, ebenfalls Mitglied bei SLALOM REGION BASEL.

Swiss Cup Gesamtsieger

Mit dem Sieg am Sonntag und den daraus resultierenden Punkten sicherte ich mir zudem den Gesamtsieg im diesjährigen Swiss Cup. Dies trotz Abwesenheit am zweiten von drei Wettkämpfen, der am Wochenende davor in Bern stattfand. Möglich wurde der Sieg durch die Regelung, dass die Punkte beim Swiss Cup Final in Annemasse doppelt zählten. Jeremias Schläfli konnte sich punktgleich mit mir, wegen meines Sieges am finalen Wettkampf jedoch im Nachteil, auf dem zweiten Schlussrang klassieren. Somit war es aus Basler Sicht ein rundum gelungenes Wochenende.

Resultate Samstag:

1. Moritz Lüscher, Basel 89.42 (0 Strafsekunden)

2. Lukas Wero, Biel 91.08 (2)

3. Martin Dougoud 92.74 (0)

Resultate Sonntag:

1. Moritz Lüscher, Basel 97.30 (0)

2. Lukas Werro, Biel 97.95 (0)

3. Jeremias Schläfli, Basel 103.14 (2)

 

Nach einem ereignisreichen Monat und den letzten zwei Wochen im Ausland bin ich am Montagmorgen wieder in der Schweiz angekommen. Die Selektionen und damit der erste kleine Höhepunkt der Saison sind vorbei, deshalb ist es an der Zeit für einen kurzen Rückblick.

Trotz Krankheit nach Spanien

Mit meinen Resultaten an den internationalen Wettkämpfen in Seu d'Urgell (ESP) und Pau (FRA) konnte ich mich erneut fürs A-Kader der Schweizer Nationalmannschaft qualifizieren, was mir damit seit 2008 in jedem Jahr gelungen ist. Dies, obwohl bis zwei Tage vor dem ersten Rennen noch nicht klar war, ob ich überhaupt starten konnte. Denn kurz nach dem Wettkampf im Jura wurde ich erneut krank im Hals- und Nasenbereich und musste aufs Training sowie meinen geplanten Einsatz in Epinal (FRA) verzichten. Da mich diese chronische Entzündung nun seit mehreren Wochen immer wieder verfolgte, wurde ich im Hinblick auf die anstehenden Selektionen langsam unruhig. Nach mehreren Arztbesuchen und mit einer Menge Medizin flog ich am Mittwoch dann nach Spanien, wusste aber immer noch nicht, ob ich bis zum Wochenende wieder genügend fit sein würde. Nach drei ermutigenden Trainings auf der Olympiastrecke von 1992 entschied ich mich dafür zu starten, musste aber feststellen, dass die Wettkampfbelastung in dem Moment wohl noch zu hoch war. Trotzdem klassierte ich mich als dritter Schweizer, was für eine Selektion ausreicht. Aber es stand nochmals ein Wettkampf an. Da für die Schweizer Selektionen jeweils nur die beiden Qualifikationsläufe dieser Wettkämpfe entscheidend waren, verzichtete ich am Sonntag auf den Halbfinal.

"Es geht aufwärts"

In südfranzösischen Pau verbesserte sich mein Gesundheitszustand glücklicherweise relativ rasch, sodass ich sicher war, am Samstag starten zu können. Nach einem soliden ersten Lauf war ich davon überzeugt, die Selektionen bereits im Sack zu haben. Die französischen Torrichter machten mir jedoch einen Strich durch die Rechnung und verhängten mir eine imaginäre Torstabberührung und damit zwei Strafsekunden. Trotz energischem Protestieren durch unseren Trainer Marc Jegou und eindeutiger Beweislage auf dem Video blieb die Berührung bestehen, daher musste ich mich halt auf den zweiten Lauf konzentrieren. In diesem zeigte ich erneut eine solide Leistung und verbesserte meine Zeit aus dem ersten Lauf nochmals, was mir die Selektion sicherte. Lukas Werro, mein Teamkollege von Slalom Region Basel, sicherte sich ebenfalls sein Ticket für die Europameisterschaften und Weltcuprennen.

Guter Abschluss in Pau

Das Halbfinale am Sonntag konnten wir demnach etwas lockerer angehen, trotzdem wollte ich natürlich auf meiner Lieblingsstrecke in Pau möglichst gut abschneiden. Wiederum zeigte ich eine solide Leistung und war davon überzeugt, dass dies für den Final der zehn Besten reichen würde. Doch wiederum gaben mir die desaströsen Torrichter eine aus der Luft gegriffene Torstabberührung, diese wurde dann aber zum Glück wieder aufgehoben. Somit war mir der Finalplatz sicher und ich konnte dabei meine Zeit aus dem Halbfinal nochmals steigern, obwohl gegen Ende die angeschlagene Physis wieder ins Spiel kam. Abschliessend bin ich aber unter diesen Umständen mit dem 9. Rang und der erneuten Selektion zufrieden und werde mich nun etwas erholen, bevor die Saison erst richtig losgeht.